Eingewöhnungskonzept

Eine sichere Bindung ist die Basis, von der aus die Kinder die Welt erforschen und zu der sie immer wieder zurückkehren können, wenn sie Rückmeldung, Trost oder Ähnliches benötigen.

Im Mittelpunkt der Eingewöhnungsphase steht in unserer Einrichtung deshalb der behutsame Aufbau einer tragfähigen Beziehung zwischen dem Kind und der neuen Bezugsperson.Wir richten uns bei der Eingewöhnung nach dem von Laewen, Andrés und Hédervári (2003) entwickelten „Berliner Eingewöhnungsmodell“, das die Eltern mit in diese Anfangsphase des Krippenbesuchs einbezieht.

Die Eingewöhnungszeit dauert ca. 4 Wochen, während der die allmähliche und behutsame Ablösung stattfindet und gleichzeitig Vertrauen und Sicherheit in den neuen Ort, die Krippe, und die Bezugsperson aufgebaut wird. Entscheidend ist, dass wir die konkreten Schritte am Kind selbst ablesen.

Während der ersten drei Tagen findet in der Regel kein Trennungsversuch statt.

Kind und Mutter/Vater oder eine andere vertraute Person bleiben ca. 1 – 2 Stunden in der Krippe. Die Bezugsperson baut eine Beziehung zum Kind auf, indem sie sich ihm liebevoll, geduldig und mit wachem Interesse zuwendet. Sie spürt am Kind ab wieviel Nähe und Zuwendung es zulässt. Allmählich wird die Anwesenheit des Kindes erhöht, dabei zieht sich der Elternteil nach und nach zurück, zunächst aus dem Blickfeld des Kindes, dann verlässt er auch für kurze Zeit das Haus. Das Kind gewinnt allmählich die Sicherheit, dass mit der Trennung auch das Wiederkommen verbunden ist.

Die Eingewöhnungszeit gilt dann als abgeschlossen, wenn das Kind die neue Bezugsperson als „sichere Basis“ annimmt, sich von ihr trösten, füttern und ins Bett bringen lässt und sich dem neuen Umfeld aktiv zuwendet.

Eingewöhnung bedeutet nicht nur Veränderungen auf Seiten des Kindes. Die Phase des Übergangs ist durch die Gestaltung eines Beziehungsdreiecks geprägt. Auch die Eltern sind mit einer neuen Situation konfrontiert. Sie müssen ihr Kind loslassen, es in die Hände einer zunächst fremden Person geben. Für das Gelingen der Eingewöhnung ist deshalb auch die Beziehung zwischen den Eltern und der Erzieherin bedeutend.

Um Vertrauen aufzubauen findet vor der Eingewöhnungszeit ein Eintrittsgespräch mit der Gruppenleiterin statt, in der u.a. folgendes besprochen wird:

  • mögliche Hilfen bzw. Vorbereitung für die Eingewöhnung: kleine Trennungen üben, z.B.Grosseltern oder andere nahe Personen   übernehmen das Ins Bett bringen. Oder: ein zweites gleiches Trösterli für die Einrichtung anschaffen / herstellen.
  • Beziehungsaufbau und Ablauf der Eingewöhnung
  • Mutter oder Vater sind zu Beginn der Eingewöhnungszeit in der Einrichtung eher Rückhalt als Spielgefährte für das Kind.
  • Die Bedeutung des „sicheren Entschlusses“: der sichere Entschluss von Vater oder Mutter ist wichtig! Der gefasste Entschluss sollte, wenn immer möglich, durchgehalten werden.
  • ambivalente Gefühle zwischen dem Bedürfnis nach Entlastung und der starken, auch symbiotischen Beziehung zum Kind sind normal.
  • Das Weinen des Kindes beim Weggehen von Vater oder Mutter ist kein schlechtes Zeichen. Es bedeutet, dass das Kind sicher an seine Eltern gebunden ist.
  • Nicht davonschleichen, – immer verabschieden! Wie verabschieden?

Es gelten folgende Grundsätze:

  • In ein und derselben Gruppe finden nicht mehrere Eingewöhnungen parallel statt. Wir halten einen Abstand von mindestens 4 Wochen ein.
  • Praktikanten können Bezugspersonen werden, allerdings immer im engen Austausch mit der Gruppenleiterin
  • Die Pflege, Versorgung und das Schlafenlegen geschehen zunächst nur durch die Bezugsperson
  • Die Bezugsperson wird von anderen Aufgaben möglichst freigestellt
  • Ein täglicher kurzer Austausch mit den Eltern beim Bringen und Holen ist unerlässlich
  • Das Kind hat ein Bett, in dem es immer schläft und einen eigenen Nuggi-, Windel- und Garderobenplatz und eine eigene Tischkarte.
  • Die Bezugsperson nimmt während der Eingewöhnungszeit, wenn immer möglich keinen Urlaub und plant keine Fortbildungen.
Im Monat bzw. in der Woche vor dem Beginn Eintrittsgespräch mit der Gruppenleiterin gemäss Gesprächsleitfaden, ca. 1 Stunde. Der Ablauf der Eingewöhnung wird besprochen
1. Woche An den gebuchten Tagen bleibt das Kind mit Vater oder Mutter oder einer vertrauten Person ca. 1 bis 2 Stunden im Dischtelfink. Ist die Gruppenleiterin nicht Bezugsperson begleitet sie den Prozess. Trennungsversuch frühestens am 4. Tag
2. Woche Die Bezugsperson versucht das Füttern und Wickeln zu übernehmen. Das Elternteil zieht sich zurück, geht in einen anderen Raum, ist aber abrufbar. Gemeinsam mit dem Elternteil bringt die Bezugsperson das Kind zum Schlafen.
3. Woche Die Zeit in der Einrichtung weitet sich aus, das Elternteil bleibt jetzt länger weg (1 – 2 Stunden), ist jedoch immer telefonisch abrufbar. Die Bezugsperson versucht das Kind allein zum Schlafen zu bringen.
4. Woche Das Kind ist jetzt annähernd die volle gebuchte Zeit im „Dischtelfink“. Die Eingewöhnungsphase wird abgeschlossen, wenn das Kind sicher an die Bezugsperson gebunden ist.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.